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Wir werden geboren für die Ewigkeit!

Am 13. Juni 2013 wurde im Marienheiligtum „Divino Amore“ bei Rom der Jahrestag des Heimgangs einer jungen Mutter gefeiert - Chiara Corbella. 24 Priester konzelebrierten bei diesem Hl. Messopfer, und weit über tausend Gläubige, darunter viele junge Familien mit Kindern, waren zu diesem Anlass aus ganz Italien angereist. Ähnlich der hl. Gianna Boretta Molla schenkte auch Chiara ihrem Sohn Francesco ihr Leben und wurde damit zu einem leuchtenden Beispiel einer Mutter, die das Leben ihrer Kinder unter allen Umständen schützt.

ab hier den Text auf die Homepage einstellen und verlinken.Nichts Außergewöhnliches gab es in der Kindheit von Chiara Corbella, die 1984 in Rom geboren wurde. Die gutsituierten Eltern lebten ihren Glauben in der charismatischen Erneuerungsbewegung und vermittelten dadurch ihren beiden Töchtern eine lebendige Beziehung zu Jesus und Maria. "Piccoli passi possibili, kleine machbare Schritte" wurde zu Chiaras Devise, nachdem sie als Jugendliche bei Einkehrtagen in Assisi die franziskanische Spiritualität kennen- und lieben gelernt hatte.Mit der Bitte, den von Gott für sie bestimmten Mann zu finden, unternahm sie eine Wallfahrt nach Medjugorje. Und die Gotesmutter erhörte sie sofort. Die 18-jährige verliebte sich in Enrico Petrillo und war überzeugt: "Den werde ich heiraten." Doch zeigte sich, dass beide noch reifen mussten. In den sechs Jahren ihrer Freundschaft und Verlobungszeit gab es Streit, Trennung, Tränen, doch immer wieder fanden sie zueinander zurück. Dank der Hilfe von Franziskanerpater , Fra Vito, lebten sie ihre Verlobungszeit mit Jesus, bis sie sich am 21. September 2008 in Assisi ihr Jawort gaben.Es war eine wunderschöne Hochzeit, denn Braut und Bräutigam waren bestens vorbereitet. "Wir hatten uns unseren Ängsten gestellt und aufgehört, vom anderen etwas zu erwarten. Das gab uns einen unglaublichen Frieden und ein großes Vertrauen in Gottes Vorsehung, der uns mit Sicherheit auf unserem gemeinsamen Weg begleiten würde", bezeugte die 24-jährige Chiara ihren Freunden.Als Chiara nach wenigen Monaten in Erwartung kam, diagnostizierte die Gynäkologin anhand des Ultraschallbildes Anenzephalie. So nennt man diese Fehlbildung des Gehirns bzw. eine nicht ausgebildete Schädeldecke. "Gott macht nie einen Fehler!" war die Reaktion von Chiara, über die die Ärztin mehr als erstaunt war. Somit war klar, dass eine Abtreibung nicht in Frage kommt. Nun musste sie diese Hiobsbotschaft ihrem Mann überbringen und bat die Gottesmutter ihr dabei zu helfen. Denn sie hat ja schließlich das selbe mitgemacht, als sie Josef erklären musste, weshalb sie schwanger war. Wie durch ein Wunder konnte Enrico die Situation gleich annehmen und sagte ihr "Sie ist unsere Tochter, und wir werden sie so behalten, wie sie ist." So brachte Chiara am 10. Juni 200 ihr erstes Kind auf natürliche Weise zur Welt und das Baby konnte sogar noch getauft werden, bevor sie Maria Gratia Letizia Gott zurückschenken mussten.Die beiden pilgerten nach Medjugorje, um ein weiteres Kind zu erbitten. Und sie mussten nicht lange warten. Zunächst schien die Schwangerschaft gut zu verlaufen, doch dann zeigten die Ultraschalluntersuchungen, dass das Kind keine Beine hatte. Im siebten Monat stellten die Ärzte leider auch ein Fehlbildung der Eingeweide fest, was ein Leben unmöglich machte. Ohne Zögern entschieden sich die leidgeprüften Eltern wiederum, die Schwangerschaft auf keinen Fall abzubrechen. So wurde Davide Giovanni am 24. Juni 2010 geboren. 38 Minuten später ging auch er, nachdem er getauft worden war, in den Himmel. Enrico bezeugt: "Durch Davide hat sich uns das ewige Leben ganz neu geoffenbart. Wir haben durch ihn verstanden, was im Leben wirklich wichtig ist: geliebt zu werden und sich lieben zu lassen. Man kann nicht sagen, dass wir diese Schwangerschaft mit Leichtigkeit durchgetragen hätten, aber mit viel Gebet und Liebe."Trotz aller Stimmen, die sie zur Vorsicht mahnten, wollten Chiara und Enrico ein weiteres Kind. Nach einer Fußwallfahrt zu den sieben Hauptkirchen Roms kündigte sich der neue Erdenbürger an. Doch im fünften Monat wurde bei Chiara eine schlimme Wunde auf ihrer eigenen Zunge diagnostiziert: ein Karzinom, ein seltener, sehr aggressiver und sich schnell ausbreitender Krebs, der sofort behandelt werden musste. Doch die beiden Eheleute entschieden sich die Schwangerschaft ohne Eingriff fortzuführen. Chiara schrieb ihrem gemeinsamen Seelsenführer: "Wir überlassen alles Jesus."  Am 30. Mai 2011  wurde Francesco, ein gesunder Junge geboren. Dann begann Chiara sofort mit den notwendigen Chemo- und Radiotherapien. Doch es war zu spät. Im März 2012 erfuhr sie, dass ihr Krebsleiden bereits im Endstadium war und man nichts mehr tun konnte. Die jungen Eltern wollten der Gottesmutter erneut ihre Familie anvertrauen und flogen nach  Medjugorje. Chiara selbst erhoffte sich kein Heilungswunder. "Ich erbitte mir die Gnade, in der Gnade zu leben und zu leiden." Als sie den Seher Ivan Dragicevic traf, fragte sie ihn "Wenn du die Möglichkeit hättest zu wählen, heute noch zur Gottesmutter zu gehen oder bei deiner Familie hier auf der Erde zu bleiben, würdest du gehen?" Ivan antwortete mit einem "Ja". Das genügte Chiara, um in völligem Frieden von Medjugorje zurückzukehren und sich in ihrem Lieden dem Willen Gottes zu ergeben. Geschwächt durch die Radiotherapie und den weiteren Abbau der Gesundheit, verbrachte sie die letzten Monate ihres Lebens im kleinen Landhaus am Meer, wo sie im Kreise ihrer Familie täglich die Hl. Messe feierten, Lobpreis hielten und viele Stunden Jesus in der Hl. Eucharistie anbeteten. Wenige Stunden vor ihrem Heimgang, als Enrico seine geliebte Frau so sehr leiden sah, dachte er an die Worte Jesu. "Mein Joch drückt nicht, und Meine Last ist leicht. "Und er fragte Chiara: "Schatz, ist es wirklich so, dass das Kreuz Jesu leicht ist?" sie antwortete "Ja, es ist leicht und süß!" Gegen Mittag des 13. Juni 2012 zelebrierte Fra Vito die letzte Hl. Messe. Wenige Minuten nachdem Chiara kommniziert hatte, um 12.30 Uhr, starb die 28-jährige Ehefrau und Mutter. Es war mehr als ein friedvoller Tod.

Quelle: Triumph des Herzens 2013 / Nr. 119