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Wie schafft es Chiara, trotzdem glücklich zu sein?

Im Alter von nur 18 Jahren starb Chiara Badano an einem schweren Krebsleiden

Chiara war ein Mädchen wie viele andere.

Sie besuchte das Gymnasium in Savona in der Nähe von Turin. Sie machte viel Sport, ging abends gerne mit Freunden aus tanzte gerne, verliebte sich.

Die ersten Anzeichen der Krankheit spürte Chiara beim Tennis spielen, als plötzlich die Schultern schmerzten. Als die Beschwerden immer wieder auftauchten, gingen die Ärzte der Sache auf den Grund. Die Diagnose war niederschmetternd: Ein aggressiver Knochenkrebs, der bereits Metastasen gebildet hatte. Chiara nahm die Nachricht gefasst auf. „Ich bin jung, ich werde es schaffen“, sagte sie den Eltern.

Von da an ging alles sehr schnell. Je mehr die Krankheit voranschritt, desto mehr änderte sich Chiara und mit ihr ihre Umwelt, die Menschen, die mit ihr zu tun hatten.

Im Krankenhaus kümmerte sie sich um eine junge Drogenabhängige, die unter schweren Depressionen litt. Dabei ging sie bis an den Rand ihrer eigenen Kräfte. Hinweise, dass sie sich schonen müsse, beantwortete sie mit der Bemerkung, dass sie später genug Zeit zum Schlafen haben werde.

Auf zwei überaus schmerzhafte Operationen folgte die Chemotherapie. Chiara verlor alle Haare, einen Haarbüschel nach dem anderen.

Regelmäßig kamen ihre Freunde zu Besuch, zunächst in der Absicht, Chiara zu unterstützen und aufzubauen. „Doch sehr bald merkten wir, dass es genau umgekehrt war“, erklärte eine ihrer Freundinnen aus Turin. „Chiara zog uns an wie ein Magnet. An ihrem Bett fanden wir Hoffnung, Stärke und eine besondere Atmosphäre.“ Eine Beobachtung, die auch andere machten: Einer der behandelnden Ärzte drückte das so aus: „Mit ihrem Lächeln, mit ihren großen leuchtenden Augen zeigte sie, dass es keinen Tod gibt, sondern nur Leben.“

Was ging in Chiara in dieser Zeit vor? Die Erfahrung des Schmerzes verwandelte Chiara. Die schnell voranschreitende Krankheit, die schmerzhaften Eingriffe, die Erkenntnis dass der Tod unausweichlich bevorstand: All das waren für sie Augenblicke der Frage nach Gott, dem Leben nach dem Tod.

In vielen Äußerungen und Briefen wurde dies deutlich. So schrieb sie in einem Brief: „Ich fühle mich so klein, und der Weg, den ich noch zurücklegen muss, scheint mir so steil zu sein. Oft glaube ich, dass der Schmerz mich überwältigt. Aber es ist die Freundschaft mit Jesus die mich hält und die Gewissheit, dass auch er gelitten hat und mich nicht alleine lässt. Und er erwartet mich im Himmel.“

Als die Beine versagten, sahen die Ärzte keine Hoffnung mehr auf Heilung. Aber Chiara gab nicht auf. Eine große Hilfe war für sie, als ihr jemand sagte: „Gott liebt dich unendlich!“

Als die Ärzte ihr zur Schmerzlinderung Morphium geben wollten, lehnte sie ab: „Das nimmt mir die Klarheit. Ich möchte Jesus bewusst diesen Schmerz anbieten können, ich möchte noch eine Zeit lang mit ihm das Kreuz teilen.“ Das Pflegepersonal, die Freunde, die vielen Besucher bestätigten, dass im Krankenzimmer eine besondere Freude, ein Friede spürbar waren. Und ihren Freunden schrieb Chiara: „Auf mich wartet eine andere Welt.“

Kurz vor ihrem Tod wählte Chiara selbst die Lieder und Texte für ihre Beerdigung aus. „weint nicht um mich“ sagte sie den Eltern. „Ich gehe zu Jesus. Auf meiner Beerdigung möchte ich keine weinenden Leute haben, sondern frohe Gesänge“.