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Wahre Liebe wartet!

Anna besuchte das Gymnasium, als sie erzählte, dass ihr Martin mehr gefiele als alle anderen Jungen: „Den Martin könnte ich heiraten“, sage sie mit einem verschmitzten Lächeln. „Ich will ein weißes Kleid haben und einen langen Schleier“. „Ja“, sage sie, den Martin will ich wirklich“. Aber wie die anderen das machen, gefällt mir auch nicht richtig: Die Mädchen in der Klasse haben alle einen Freund. Mit dem schlafen sie dann, und vorher nehmen sie die Pille. Und wenn sie die vergessen, dann holen sie aus der Apotheke die Pille danach. Ich möchte eigentlich meinen Martin ganz – aber was ist eigentlich richtig? Ich will Martin ja heiraten, und ich merke immer wieder, dass ich ihm total gehören möchte, mit Haut und Haaren und in alle Ewigkeit. Außerdem will ich mit ihm Kinder haben. Doch das geht ja wirklich noch nicht. Papa sagt: „Jeder Mensch muss erst eine Ausbildung machen und sich selbst ernähren können“. Aber wenn ich erst Abitur und eine lange Ausbildung machen muss, dauert es doch noch 10 Jahren, bis ich heiraten kann! Ja, mit Martin gehe ich jetzt, und er hat mich auch schon ein paarmal geküsst. Er möchte bestimmt auch nicht, so, so, so lange warten“.

Anna bohrt immer wieder nach: „Wieso soll Jugendsex nicht gut sein? Ich will doch gar nicht rumschlafen wie die anderen“. Begierig las Anna alle guten Aufklärungsbücher, die ihr geschenkt wurden.

Fazit: Gesunde Frauenseele hat Sehnsucht nach Ganzhingabe und zwar an den Einen, den einzigen, den zu ihr passenden Mann!

Plötzlich gab es Krach mit Papa, und Mama steht hinter ihm, erzählte sie. Ich habe ihnen den Vorschlag gemacht, mit der mittleren Reife gleich in die Ausbildung als Dorfhelferin zu gehen. Dann bin ich in drei Jahren fertig, und Martin und ich können endlich Nägel mit Köpfen machen. Meine Eltern tun so, als wenn es nur Schule und Uni mich wertvoll machen könnten. Das Ende vom Lied: Anna gehorchte den Eltern. Aber mancher Seufzer, mancher Ärger auch über „verschwendete Zeit“, als was sie manches Schulprojekt erlebte. Gereifte Frauenseele liebt Frieden mehr als Zerwürfnis und hat dadurch eine hohe Anpassungsfähigkeit. Doch es geschah wirklich! Die Verlobung, die Verabredung der beiden aus Vernunft bis zur Hochzeit zu warten; die vielen Gespräche mit all dem Nachdenken über Details: „Schlussendlich müssen wir doch auch nicht so lange lauern, bis wir uns eine Dreizimmerwohnung leisten können“, meinte die angehende Erzieherin. „Na gut“, fügte sie hinzu, „Vaters Pochen auf den Abschluss ist sicher richtig, man kann ihn wohl später brauchen, aber erst will ich sechs Kinder aufziehen, wie Mama das mit uns Sieben gemacht hat“. Opferbereitschaft wächst in der Frauenseele, wenn sich Übereinstimmung mit dem angepeilten Lebenssinn und dem Wusch nach Erfüllung ergibt.