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Verlust der Bindungsfähigkeit!

Die Sexualisierung unserer Gesellschaft treibt fortwährend neue Blüten. Innovativ und geschäftstüchtig strebt dieser Wirtschaftszweig danach, sämtlichen potenziellen Kunden ein möglichst lückenloses Produktsortiment anzubieten, ja förmlich aufzudrängen. Abgestimmt auf die Psyche von Mann und Frau stellt die deutsche und internationale Sex-Feuerwehr diverse, gesellschaftlich, gesetzlich und politisch legitimierte Durstlöscher zur Verfügung.

Bezeichnend hierfür ist, dass Deutschland in Europa als Eldorado der käuflichen Liebe gilt. Ungeachtet der fehlenden empirischen Grundlage herrscht in Politik und Medien ein vorsichtiger Konsens, dass in Deutschland mindestens 400.000 Menschen in der Prostitution arbeiten. Typisch hierfür ist, dass 25 % aller Anfragen im Internet um das Thema Pornografie kreisen.

Die Onlinepornoindustrie setzt jährlich über fünf Milliarden Dollar um. Auf den Top-drei-Sexclipseiten sind pro Monat anderthalb Milliarden Besucher

Prüde und verklemmt sei man, wenn man Pornos ablehne, so der gegenwärtige gesellschaftliche Konsens.

Die Tatsache, dass junge Menschen immer früher Pornos konsumieren, ist statistisch belegt. Ebenso gilt es als sicher, dass das Angucken von Schmuddelfilmen nicht folgenlos bleibt. Die Sexualität wird hierbei völlig losgelöst von menschlichen Beziehungen gezeigt. Streckt man der Unreinheit sozusagen den kleinen Finger hin, tangiert die in letzter Konsequenz den ganzen Leib. Nicht nur der Leib ist davon betroffen, sondern auch Dein Wille wird davon betäubt. Anfangs denkst Du, als Navigator zu operieren. Schritt für Schritt verlierst Du die Kontrolle wie ein Drogenabhängiger über seine Suchtprobleme.

Insgesamt erweitert sich die Bandbreite der verfügbaren sexuellen Amüsierangebote fortwahrend.

Erlaube mir die Zwischenfrage: Sind durch all diese Angebote die Partnersuche gelingender, unsere Beziehungen stabiler, die Fähigkeit unsere Gefühle zu kommunizieren verbessert worden?

Man spricht bereits von einem verbreiteten „Analphabetismus der Gefühle“ innerhalb der jungen Generationen. In Southampton (England) und Umgebung erfolgte kürzlich eine Umfrage in gut 90 Schulen unter Schülern der unteren Mittelschicht. Jugendliche kennen im Höchstfall 10 Worte die mit Gefühl und Affektivität zu tun haben.

Worte unterscheiden sich kaum voneinander, allgemeinen vulgär, lassen keine Feinheiten zu, darum geht, den eigenen Gemütszustand zu beschreiben oder den anderer zu verstehen. Dieses Phänomen ist alarmierend. Die Unfähigkeit, mit der Welt der eigenen Gefühle in Kontakt zu treten verhindert gleichzeitig die Kommunikation mit anderen und den Aufbau echter, ehrlicher Beziehungen.     

Die Folgen der Pornografie in Verbindung mit dem Analphabetismus der Gefühle führen zur verstärkten Bindungsunfähigkeit unten Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Deine Liebe verliert den Status der Einzigartigkeit!