Skip to main content

Deutschland hat eine neue Heilige!

Wer ist diese neue Heilige? Und was hat sie uns zu sagen? Heilige werden uns als katholisch glaubende Christen geschenkt, damit wir durch den Blick auf ihr Leben Impulse für unser Leben erhalten. Aber was dich vielleicht schon mal von vornherein abschreckt, ist, dass diese Heilige, was nicht zu übersehen ist, eine Ordensfrau war. Da kommen schon so Gedanken hoch wie: „Das hat nichts mit mir zu tun.“ „Ich lebe in der Welt und möchte vielleicht Familie haben und da ist das Vorbild einer Schwester nicht das richtige für mich.“ Warte mal ab!

Ich möchte dich einladen, das Leben dieser Frau zu betrachten und Fragen und Impulse für dein Leben mitzunehmen.

Katharina Kasper wurde als Tochter eines Bauern im Westerwald, damals einem der ärmsten Landstriche Deutschlands, am 26. Mai 1820 geboren. Das kränkliche Kind konnte nur zwei Jahre zur Schule gehen, danach musste es auf dem elterlichen Bauernhof mitarbeiten. Im Jahre 1842 starb der Vater und das Elternhaus wurde versteigert. Katharina musste als Tagelöhnerin und Wäscherin zum Unterhalt der Familie beitragen.

Bleiben wir hier mal stehen. Die Startbedingungen dieses Lebens waren nicht unbedingt ideal. Armut, Krankheit, viel Arbeit, Tod des Vaters, geringe schulische Bildung, Verlust des Elternhauses ... Aus so einer verpfuschten Kindheit kann doch nichts werden, oder? Warum leuchtet aber gerade ein solches Leben am Himmel unserer Kirche auf?

Es sind viele Dinge, die dem jungen Mädchen sicherlich zugesetzt haben. Doch sie ist dabei nicht zerbrochen, sondern hatte schon von Kindheit an, einen Blick auf Gott, dem sie wohl alles zutraute und von dem sie die Kraft erhielt, diese Hürden zu überwinden und an diesen Zulassungen zu wachsen.

Hast auch du schwierige Situationen in deinem Leben? Dann hast du eine Freundin im Himmel, die dich versteht und dir zur Seite stehen möchte. Vielleicht schauen die Probleme, die wir in unserem Jahrhundert erleben, etwas anders aus, aber auch diese können großen Schmerz in uns verursachen. Uns steht die  Möglichkeit offen,  daran zu wachsen oder daran zu zerbrechen. Unsere neue Heilige will dich ermutigen, vollkommen auf Gott zu bauen und dir den Vers aus Röm. 8,28 zu Herzen zu nehmen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.“

Möglicherweise bist du gut durch deine Kindheit bis zum jetzigen Zeitpunkt gekommen und warst gesegnet durch ein schönes Zuhause, angemessene Schulbildung, Gesundheit, die Möglichkeit Kind sein zu dürfen? Dann lädt dich heute die hl. Katharina Kasper ein, dankbar dafür zu sein und Gott für alles zu preisen, was er dir geschenkt hat. Und vielleicht will er dich auch lehren, einen anderen Blick auf die Schwächeren zu bekommen, denn im 1. Korintherbrief 1,27 heißt es: „Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.“ Gott denkt anders als die Welt und das sieht man an diesem Leben.

Bevor wir im Leben von Katharina weiter gehen, schauen wir mal auf die Chancen und Stärken, die sie in dieser Zeit lernen konnte.

-      Durch die Armut kommt sie mit wenig zurecht.

-      Weil sie selbst oft krank war, kann sie sich in kranke Menschen sehr gut einfühlen und hat ein Herz für sie.

-      Sie trägt als ein wichtiger Teil der familiären Gemeinschaft dazu bei, das die Familie bestehen kann und Zukunft hat. Sie verschenkt sich gleichsam an die familiäre Gemeinschaft.

-      Sie sorgt für andere.

-      Als der Vater stirbt übernimmt sie noch größere Verantwortung.

-      Als sie das Elternhaus verliert ist sie offen für Neues.

Was sind die Stärken, die du in deiner Familie oder in deiner Kindheit entwickeln konntest, die dich geprägt haben?

Schauen wir mal, was Katharina mit dem, was sie in der schwierigen Zeit ihrer Kindheit gelernt hat, in ihrem weiteren Leben gemacht hat.

 Bei einem Einsatz für den Wegebau im Dorf hatte sie eine Vision: Sie sah eine große Schar von Schwestern an sich vorbeiziehen, die eine unbekannte Ordenstracht trugen. Im Rückblick schrieb sie: „Um diese Zeit erkannte ich, dass Gott etwas Besonderes von mir verlangte und dass ich die Armen und Kranken pflegen sollte.“

Aus diesem Erlebnis heraus tat sie sich mit vier Gefährtinnen zusammen und gründete 1845 einen „frommen Verein“, in dem sie sich zum regelmäßigen Gebet trafen, sich der häuslichen Pflege von Kranken widmeten und Kinder betreuten. 

Hast auch du in den alltäglichen Dingen des Lebens gelernt die Stimme Gottes wahrnehmen? Impulsen zu folgen? Bist du offen dafür? Wenn du spürst, dass Gott etwas von dir möchte, bist du bereit es tatsächlich umzusetzen? Bist du bereit, kleine oder auch größere Entscheidungen zu treffen, die bedeuten, dass andere Türen zugehen?

Die Gefährtinnen wohnten aber nicht zusammen, sondern wollten ein „Ordensleben in der Welt“ führen. Aus dem Verein entstand 1851 die Genossenschaft der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“. In einem Gebet schrieb sie: „Herr, ich bin deine Dienstmagd, mir geschehe nach deinem heiligen Willen.“ Der Leitsatz des Handelns von Maria Katharina Kasper lautete: „Der heilige Wille Gottes soll und muss geschehen in mir, durch mich und für mich.“ Gelübde legte sie und ihre vier Gefährtinnen am 15. August 1851, dem Fest Maria Himmelfahrt ab. Sie nahm den Ordensnahmen Maria an und wurde die erste Leiterin der Gemeinschaft. 

Hast du schon mal erfahren, dass du den Willen Gottes treu getan hast, vielleicht auch durch Durststrecken hindurch, und sich im Nachhinein gezeigt hat, dass Gott diesen Einsatz gesegnet hat?  

Rasch fand die Gemeinschaft beträchtlichen Zulauf und weitete ihre Arbeitsfelder aus. Am 1. Juni 1870 wurde die Gemeinschaft vom Papst gutgeheißen und bestätigt und damit der Leitung der Generaloberin, d. h. Mutter Maria Katharina Kasper, unterstellt.

Im Jahre 1898 starb die Frau (mit der verpfuschten Kindheit) an einer Lungenentzündung und die von ihr gegründete Gemeinschaft zählte 1725 Mitglieder in 193 Niederlassungen. 

Ich möchte Dich ermutigen, in Anlehnung an das Leben der hl.  Maria Katharina Kasper der Mittelmäßigkeit abzuschwören, und das Große das Gott mit Deinen Leben bewirken möchte, anzunehmen. Beginne bereits heute damit, diesen Weg zu beschreiten!